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Europaabgeordnete schlagen Sacharow-Preistrger vor
Verffentlicht: 01.10.2009
Jedes Jahr im Dezember vergibt das Europische Parlament einen Menschenrechtspreis, den Sacharow-Preis. Ab September nominieren die Fraktionen ihren Kandidaten.

Der russische Atomphysiker Andrej Sacharow war mageblich an der Entwicklung der sowjetischen Wasserstoffbombe beteiligt. Doch in der Folge warnt er immer eindringlicher vor den Gefahren von Rstungswettlauf und Atomwaffentests. In den 1970er und 1980er Jahren macht er sich einen Namen als Dissident, der unbeugsam fr Demokratie und Menschenrechte in der UdSSR eintritt. 1988, ein Jahr vor seinem Tod, vergibt das Europaparlament erstmals einen Menschenrechtspreis, der seinen Namen trgt.
Sacharow wurde 1921 in Moskau als Sohn eines Physiklehrer geboren; in den 40er Jahren studierte er selbst Physik. 1948 wurde er gemeinsam mit anderen sowjetischen Wissenschaftlern mit der Entwicklung von Atom- und Wasserstoffwaffen betraut.

Warnung vor Folgen des nuklearen Wettrstens
In den spten 50er Jahren kommen Sacharow zunehmend Bedenken, was die Konsequenzen seiner Forschung und ihrer militrisch-politischen Verwendung angeht.
Sacharow pldiert in der Folge fr die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen und setzt sich im Gesprch mit den Machthabern, aber auch ffentlich, fr das Ende der Atomwaffentest ein und warnt vor der hohen Zahl von Todesopfern, die berirdische Tests langfristig haben wrden.

Essay ber geistige Freiheit
Im Juli 1968 verffentlichte er seine Gedanken ber Fortschritt, friedliche Koexistenz und geistige Freiheit. Die Freiheit des Denkens sei notwendige Voraussetzung fr einen demokratischen und wissenschaftlichen Ansatz fr Politik, Wirtschaft und Kultur, schrieb Sacharow.
Der Essay wurde im Untergrund und im Ausland verbreitet, was dazu fhrte, dass Sacharow in der UdSSR zur Persona non grata wird. Er wird von den geheimen Forschungsarbeiten ausgeschlossen und verliert sein bisherige Privilegien.

1970 ist er an der Grndung des Moskauer Menschenrechtskomitees beteiligt und verffentlich einen offenen Brief an die Sowjetfhrung, in dem er eine Demokratisierung der UdSSR fordert.

Friedensnobelpreis, Verbannung und Rehabilitierung
1975 wird er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seine Kritik am sowjetischen Einmarsch in Afghanistan beantwortet das Regime mit seiner Verhaftung im Januar 1980 und seiner Verbannung ins sibirische Gorki.

Im Dezember 1986 beendet Michail Gorbatschow die Verbannung und 1989 wird Sacharow Volksdeputierter und Grndungsvorsitzender der Organisation Memorial, die die Geschichte der Gulags und des Stalinismus aufarbeitete.

Sacharow stirbt am 14. Dezember 1989 in Moskau an einem Herzinfarkt.

Sacharow-Preis
Seit 1988 verleiht das Europische Parlament jhrlich den "Sacharow-Preis fr geistige Freiheit". Mit ihm werden werden Persnlichkeiten oder Organisationen ausgezeichnet, die sich fr die Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen.

Das Europische Parlament verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Preis jeweils in einer feierlichen Sitzung in Straburg, die in zeitlicher Nhe zum 10. Dezember stattfindet. An diesem Tag wurde 1948 die Allgemeine Menschenrechtserklrung der Vereinten Nationen unterzeichnet.

Weitere Informationen ber den Einsatz des Europischen Parlaments fr die Menschenrechte und ber den Sacharow-Preis finden Sie ber die Links unten.

 
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